Was ist eine nachhaltige Suchmaschine?

von | 11. Aug, 2022 | Onlinemarketing | 0 Kommentare

Suchmaschinen gehören zum täglichen Leben der allermeisten Menschen. Doch wie bei fast allen Dienstleistern gibt es auch bei Suchmaschinen solche, die Wert auf Nachhaltigkeit legen und solche, die das eher nicht tun oder nicht öffentlich Stellung zu dem Thema beziehen. Wir wollten dir heute drei nachhaltige Suchmaschinen vorstellen. Außerdem beantworten wir allgemeine Frage zum Beispiel die Frage: Was ist eigentlich eine nachhaltige Suchmaschine?

Was ist eine nachhaltige Suchmaschine?

Nachhaltige Suchmaschinen sind solche, die sich bemühen, den kompletten Firmenablauf CO₂-neutral zu gestalten. Dazu gehört nicht nur die eigentliche Suche durch den Nutzer, sondern auch die Arbeit der Mitarbeitenden, der Betrieb potenzieller Büroräume und so weiter. Um diese CO₂-Neutralität zu erreichen, gehen unterschiedliche Suchmaschinen verschiedene Wege. Dazu aber später mehr, wenn wir dir die einzelnen Suchmaschinen vorstellen.

Auch wenn sie oft in einem Atemzug genannt werden, sollte man nachhaltige Suchmaschinen nicht mit datensicheren Suchmaschinen verwechseln.

Wie nachhaltig ist Google?

Ehe wir uns mit den Suchmaschinen beschäftigen, die sich völlig der Nachhaltigkeit verschrieben haben, wollen wir uns kurz mit Google beschäftigen. Google ist die größte Suchmaschine der Welt, sie verarbeitet täglich etwa 3,5 Milliarden Suchanfragen.

Gerade in letzter Zeit wirbt Google offensiv mit nachhaltigen Features. Doch wie nachhaltig ist die Suchmaschine selbst?

Laut eigenen Angaben steht Google gar nicht so schlecht dar: Seit 2007 ist sie klimaneutral und investiert sogar in sogenannte Carbon-Offset-Maßnahmen, um die Emissionen von der Gründung bis 2007 auszugleichen. Außerdem hat Google sich das Ziel gesetzt, bis 2030 komplett CO₂ frei zu agieren, sprich, alle Rechenzentren und Büros komplett mit erneuerbaren Energien zu betreiben.

Auf Seiten der Nutzer hat Google ebenfalls Schritte unternommen, um nachhaltiger agieren zu können. So zeigt die Suchmaschine bei Flugverbindungen nun auch immer den CO₂-Ausstoß an, sodass man nach geringstem Ausstoß sortieren kann. Zudem soll Maps das Feature bekommen, eine spritsparende Route zu navigieren.

Ecosia: die beliebteste nachhaltige Suchmaschine

Ecosia ist auf Platz 8 der beliebtesten Suchmaschinen weltweit und damit die einzige nachhaltige Suchmaschine, die es auf die Top 10 der beliebtesten Suchmaschinen geschafft hat.

Die „Suchmaschine, die Bäume pflanzt“ wurde von Christian Kroll in Berlin gegründet. Wie alle Suchmaschinen im Folgenden ist Ecosia eigentlich keine eigene Suchmaschine, sondern eine Maske, die auf die Algorithmen einer anderen Suchmaschine zurückgreift. In diesem Fall handelt es sich dabei um Bing, die Suchmaschine von Microsoft.

Ecosia wird zu 100 % mit erneuerbaren Energien betrieben und produziert ihren eigenen Solarstrom. Aufgrund dessen, sowie aufgrund der Millionen gepflanzten Bäume, befindet Ecosia sich im CO₂-Negativ.

Die Gewinne der Suchmaschine werden zu großen Anteilen in diese Aufforstungsprojekte und andere grüne Investitionen gesteckt. Wie hoch der Anteil dieser Investitionen ist, kann man in den monatlich veröffentlichten Finanzberichten nachvollziehen.

Aufgrund der Nutzung von Bing bemängeln einige Nutzer die Qualität der Suchergebnisse. Da man einen hohen Wert auf Datenschutz legt, sind Werbeanzeigen nicht personalisiert und auch die Abstimmung der Suchergebnisse auf den einzelnen Nutzer ist nicht so zutreffend, wie es bei Google beispielsweise der Fall ist. Die Datenschutz- und Datensicherungspolitik ist also so gesehen eine Münze mit zwei Seiten: deine Daten werden nicht gespeichert, aber auch nicht genutzt, um dir bessere Suchergebnisse zu präsentieren.

Gexsi: das Social Business aus Berlin

Ebenfalls aus Berlin kommt Gexsi. Gexsi steht für Global Exchange for Social Investment. Als Social Business gehen alle Gewinne vollständig an gewisse gemeinnützige Projekte. Diese Projekte wählt man bei Gexsi nach den 17 UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung aus. Im Mai 2022 lagen die monatlichen Suchanfragen bei 550.000 und man hatte mit 28.500 € 41 Projekte unterstützt. Die Projekte wechseln alle zwei Wochen und sind auf der Webseite einsehbar.

Wie auch Ecosia nutzt Gexsi Bing als Suchmaschine. Auch hier setzt man auch erhöhten Datenschutz, verkauft keine Nutzerdaten und ermöglicht eine absolut anonyme Suche.

Die Suchmaschine gibt es seit 2018 und die Server laufen CO₂-neutral.

Ekoru: für die Weltmeere!

Ekoru ist die jüngste Suchmaschine in dieser Liste. Sie wurde erst 2020 gegründet und hat keinen festen Sitz. Sie wurde gegründet von einem australischen Software-Developer, hat aber eine Firmenadresse in Kuala Lumpur, Malaysia angegeben. Da jedoch die allermeisten Mitarbeitenden remote arbeiten, ist diese Adresse nicht besonders aussagekräftig.

Das größte Thema dieser Suchmaschine ist das Wasser: dabei geht es sowohl um die technische, als auch die Umweltschutz-Seite. Ekoru betreibt seine Server mit Wasserkraft, hält sie mit Wasserkühlung kalt, sodass keine Klimaanlagen nötig sind und konzentriert seine Spenden auf Projekte für die Weltmeere. Das aktuelle Projekt ist jeweils auf der Seite sichtbar. Auf der Startseite der Suchmaschine kannst du außerdem nachvollziehen, wie viele Seegras-Stecklinge mit deinen Suchen schon gepflanzt wurden und wie viele Plastikflaschen bereits aus dem Meer gefischt wurden.

Laut eigenen Angaben gehen etwa 60 % der Einnahmen an ausgewählte Projekte, die übrigen 40 % nutzt man für Löhne und weitere laufende Kosten.

Das Logo und der Name der Suchmaschine sind übrigens nicht ganz zufällig entstanden: Der Wirbel, der im Schriftzug das O ersetzt, ist ein Zeichen der Maori, der sogenannte Koru-Wirbel. Dieser repräsentiert den Neuanfang und die Regeneration des Lebens.

Die Datensicherheit wird bei Ekoru ebenso großgeschrieben, wie der Umweltschutz: Ekoru setzt keine Cookies, speichert keine Nutzerdaten und verkauft diese auch nicht. Wie die beiden vorangegangenen Suchmaschinen greift Ekoru auf Bing als Basis zurück.

Qwant: mehr Privatsphäre mit Ökoström

Qwant als nachhaltige Suchmaschine zu bezeichnen ist zwar technisch gesehen richtig, aber nicht das Ziel der Suchmaschine bei Gründung gewesen. Qwant wirbt mit enorm hohen Privatsphäre-Standards, betreibt aber seine Server mit Strom aus erneuerbaren Energien. Im Gegensatz zu den anderen Suchmaschinen auf dieser Liste ist das alles, was Qwant als nachhaltige Suchmaschine qualifiziert.

Qwant wurde 2013 in Frankreich gegründet. Sie lässt die Suchergebnisse von Facebook RocksDB zur Verfügung stellen, da der eigene Web-Index noch nicht ganz ausgereift ist.

Lilo: die nachhaltige Suchmaschine aus Frankreich

Ist es fair, Lilo als die nachhaltige Suchmaschine aus Frankreich zu bezeichnen, wo doch Qwant auch in Frankreich gegründet wurde? Vielleicht nicht zu 100 %. Aber Im Gegensatz zu Qwant wirbt Lilo damit, nachhaltig zu sein. Das Prinzip der Suchmaschine ist ähnlich, wie das von Ecosia: ein Großteil der Einnahmen, im Falle Lilos 50 %, spendet die Suchmaschine an nachhaltige Projekte. 20 % nutzt sie für Werbung und 30 % der Gelder fließen in laufende Kosten. Als Nutzer sammelt man mit jeder Suche „Tropfen“. Diese kann man auf individuelle Wunschprojekte verteilen. So kann der Nutzer mit entscheiden, welche Projekte unterstützt werden.

Zusätzlich besonders bei Lilo: Es handelt sich um eine Metasuchmaschine. Das heißt, sie holt sich ihre Suchergebnisse von mehreren Quellen, darunter nicht nur Bing und Yahoo, sondern auch Google. Was die Privatsphäre angeht, ergreift Lilo hier ebenfalls einige Maßnahmen, die das Tracken von Nutzern unterbinden.

Den CO₂-Ausstoß neutralisiert Lilo nachträglich.

Fazit: die nachhaltige Suchmaschine

Wie du siehst, gibt es also eine ganze Auswahl an nachhaltigen Suchmaschinen. Auch wenn diese doch alle irgendwo auf Google, Bing und Co. beruhen, kann man doch einiges bewirken, in dem man diese Suchmaschinen nutzt. Letztendlich sind nachhaltige Suchmaschinen nicht der Weg zu einer geretteten Welt, aber ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Und auch wenn es bisher für solche nachhaltigen Projekte zu teuer und aufwendig ist, eigene Algorithmen und Web-Indexe aufzubauen, ist das langfristig doch eine Möglichkeit, die Googles bisher kaum angefochtene Monopol-Stellung ankratzen könnte. Das hätte, neben den positiven Auswirkungen auf unseren Planeten, sicherlich auch spannende Folgen für uns SEOs.

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Steffen Rust

Steffen Rust

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